Die Zähringer Höhe

 – Knapp 5 ha Baugebiet sind geplant – auf einem Gebiet, das nicht
für Wohnbau geeignet ist: Hier liegen außergewöhnlich artenreiche
wunderschöne Streuobstwiesen und hier verläuft eine wichtige Kaltluftschneise

– 300 Wohneinheiten sollen entstehen – darunter
Flächenfraß-befördernde Einfamilienhäuser

– Wohnraum für Wohlhabende: Die Quote für geförderten Mietwohnungsbau
soll nur bei 20 Prozent liegen – weit unter der 50-Prozent-Quote, die
eigentlich in Freiburg gilt

– Hier leben bedrohte Tierarten, z.B. Wendehals und Grauspecht – beide in Baden-Württemberg stark gefährdet, die in Freiburg sonst nur noch an wenigen Stellen brüten.

 Folgen der geplanten Bebauung…

– Der Lebensraum bedrohter Tierarten wird zerstört

– Das Stadtklima wird verschlechtert durch Bauen in der Kaltluftschneise

– Der geplante Radschnellwegs RS6 wird entwertet durch zusätzlichen Autoverkehr auf der Strecke

– Ein beliebtes Naherholungsgebiet wird durch Bebauung und Autoverkehr zerstört

Der Freiburger Gemeinderat verstößt mit dem Baugebiet Zähringer Höhe gleich gegen mehrere eigene Beschlüsse:

  • Das Klima- und Artenschutzmanifest
  • den Beschluß 50% sozialen Wohnungsbau umzusetzen (es sollen nur 20 % werden)
  • nur Baugebiete mit ÖPNV-Anschluss zu bauen
  • den Bau des Radschnellwegs 6 ( würde Autozufahrtstraße werden)

Wir fordern Natur statt Luxusbauten.

Nördlich von Zähringen auf der Höhe liegt dieses wunderschöne Gebiet mit vielfältigen artenreichen Streuobstwiesen. Unsere Höhe wird jeden Tag von vielen Menschen als Naherholungsgebiet genutzt. Etwa 4,4ha von diesem Gebiet sollen einem Neubaugebiet weichen, welches auch Einfamilienhäuser umfasst und über Straßen bisher überhaupt nicht ausreichend angebunden ist.

Am 19.03.24 hat der Gemeinderat den Bebauungsplan zur Offenlage beschlossen. Voraussichtlich wird eine Abstimmung zu einer zweiten Offenlage noch vor der Sommerpause 2026 erfolgen. Mit dem Satzungsbeschluss und Beginn der Erschließung wird 2027 gerechnet.

Die Artenvielfalt in diesem Gebiet ist sehr reich. Unter anderem leben dort Wendehals, Grünspecht, Neuntöter und Gartenrotschwanz und ist damit aus Artenschutzgründen eines der wertvollsten Flächen Freiburgs.


Sollte die Stadt Freiburg und der Gemeinderat dem Bebauungsplan zustimmen, würde sie eindeutig gegen ihr selbst beschlossenes Klima- und Artenschutzmanifest verstossen. Darin wird Klima- und Artenschutz bei allen Entscheidungen oberste Priorität eingeräumt.
Auf den Streuobstwiesen der Zähringer Höhe leben 13 europarechtlich geschützte Vogelarten und 8 gefährdete Fledermausarten. Gleichzeitig fungiert das Gebiet als Kaltluftschneise, die in Zeiten der Klimakrise in den nächsten Jahren für die gesamte Stadt immer wichtiger werden wird.
Der geplante Bau von klimatisch ineffektiven Einzelhäusern, mit einer Quote von nur 20% sozialen Wohnungsbau bedeutet nur 60 bezahlbare Wohnungen.

Zudem soll der geplante Radschnellweg 6 gleichzeitig Zufahrtstraße für das Baugebiet werden. Damit ist der Radschnellweg gar nicht förderfähig.

Anstelle des Baugebiets Höhe könnte mehr Wohnraum im Bereich des möglichen Baugebiets Zähringen Nord, im Bereich der Parkplätze von Marktkauf Köhler realisiert werden.

Spekulanten, wozu auch prominente Freiburgerinnen gehören, haben vor Jahrzehnten mit Aussicht auf spektakuläre Gewinne zu Spottpreisen Grundstücke erworben, weil ihnen unter der Hand versprochen wurde, dass die Zähringer Höhe Bauland würde.

Diese Vetterleswirtschaft ist die Höhe!


Wir bitten den Gemeinderat daher, dem endgültigen Bebauungsplan nicht zuzustimmen um ein einzigartiges Gebiet für alle Menschen und seltene Tierarten zu erhalten.

Das Bündnis gegen die Bebauung der Zähringer Höhe besteht aus Bürger:Innen, dem Verein Plan B, dem BUND Ortsgruppe Freiburg, dem NABU Ortsgruppe Freiburg, LNV, VCD Ortsgruppe Freiburg, Extinction Rebellion Freiburg, Zukunftsakademie, Menschen aus der Klimaschutzbewegung und engagierten Einzelpersonen.

Wir laden alle Menschen ein, sich bei unseren Aktionen zu beteiligen oder bei uns mitzuwirken.

Schreibt auch gerne an den Gemeinderat und signiert die Petition auf unserer Homepage.

Vertiefende Infos:

Trotz dramatischer Zuspitzung des Klimawandels und des
Artensterbens hält die Stadt Freiburg an 50 Jahre alten Bauplänen
fest und steht damit im Gegensatz zu den mit
Gemeinderatsbeschlüssen selbst gesetzten Zielen, wie des 2019
beschlossenen ‚Klima- und Artenschutzmanifest‘ in dem
festgeschrieben ist, dass dem Klima- und Artenschutz bei allen
Entscheidungen höchste Priorität eingeräumt werden muss und
dass alle zukünftigen Entscheidungen und Geschäfte die
Auswirkungen auf das Klima und den Erhalt der biologischen Vielfalt
berücksichtigen müssen.
Ein klimaökologische Gutachten belegt, dass die geplante Bebauung
zur Verschlechterung der lokalen Klimas in Zähringen führt. Dies
wird sich besonders im Hinblick auf die sich verschärfenden
Klimakrise negativ auf den ganzen Stadtteil auswirken.
Die Zähringer Höhe im Norden der sog. ‚Greencity‘ Freiburg ist eine
vielfältige Freifläche mit schützenswerte Biotopen und
Artenvorkommen, ein sehr beliebter Naherholungsraum, eine
ausgewiesene Kaltluftschneise und grenzt darüber hinaus direkt an
ein Landschaftsschutzgebiet.
Die Freiburger Nachhaltigkeitsziele wie Erhalt des Waldbestandes,
der biologischen Vielfalt und naturnaher Ökosysteme, letztere sogar
mit der Forderung zur Wiederherstellung, werden weitgehend
ignoriert. Die vor wenigen Jahren im Nachhaltigkeitsbericht noch
erhobene Forderung bis 2030 die Versiegelung von naturnahen und
landwirtschaftlichen Flächen auf null zu bringen, wurde inzwischen
durch die nichtssagende Forderung nach einem „schonenden
Umgang“ mit der Ressource Boden ersetzt.
Die Höhe ist Lebensraum zahlreicher streng geschützter Arten –
darunter Grauspecht, Gartenrotschwanz, Neuntöter und Wendehals
– und erfült eine zentrale Funktion für das innerstädtische Klima, die
Biodiversität und die Naherholung. Eine Bebauung würde
irreversible Schäden an Streuobstwiesen und artenreichen Biotopen
verursachen – und das, obwohl alternative Flächen mit deutlich
geringerer ökologischer Belastung vorhanden sind. „Wer die
Zähringer Höhe bebaut, gefährdet nicht nur geschützte Arten,
sondern auch die Glaubwürdigkeit der städtischen
Nachhaltigkeitsziele. Die Höhe ist ein ökologisches Juwel – Heimat
geschützter Arten, Klimapuffer und Naherholungsraum
Statt wertvolle Natur zu opfern, braucht es einen transparenten
Diskurs über das tatsächliche Wohnraumpotenzial bestehender
Projekte – darunter Dietenbach, Güterbahnhof Nord und Zähringen
Nord.
Indizien weisen darauf hin, dass es bereits in frühen
Planungsphasen zu inakzeptabel Grundstücksspekulationen kam.
Die Vorgeschichte zu diesem Bauprojekt ist ein Unding. Anfang der
70er Jahre stellte der damalige Baubürgermeister Hermann Zens im
Gasthaus ‚Kandelblick‘ in Wildtal das Baugebiet ‚Höhe‘ vor und
ermunterte zum sehr günstigen Grundstückskauf. Auch der
stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes, Wolfgang Bäumle,
forderte – auf städtischen Briefpapier – seine finanzstarken Freunde
insbesondere aus dem Kreis der Zähringer CDU, zum Kauf der
Grundstücke auf. Interessantes Detail dabei: der Bebauungsplan-
Entwurf wurde von Bäumles Sohn in Darmstadt angefertigt.
Was haben diese, seit 50 Jahren um ihr Geld kämpfenden
Finanzjongleure wirklich bezahlt? Das ist leider nicht mehr im
Detail zu recherchieren, aber die Rede ist davon, dass der Kaufpreis
1 DM pro Quadratmeter nicht überstieg.
Die Naturschutzverbände bieten den damaligen Käufern gerne an,
ihre Grundstücke für das dreifache des damaligen Preises
abzukaufen.
Der Zeithorizont: der Kauf wurde vor ca. 50 Jahren abgewickelt.
30jährige Käufer sind jetzt 80, daraus ergeben sich auch
unübersichtliche Eigentumsverhältnisse durch zahlreiche Erben und
Erbengemeinschaften.
Vor den Verkäufern ist in den Unterlagen leider nicht die Rede.
Waren da Landwirte nicht informiert, dass ihre Grundstücke im Preis
explodieren würden.
Diese machen es schwierig, eine gerechte, nachhaltige und sozial
verantwortliche Stadtentwicklung zu gewährleisten. Das Baugebiet
kann mit lediglich 300 Wohneinheiten nur einen begrenzten Beitrag
zur Bereitstellung von Wohnraum leisten. Obwohl in Freiburg vor
allem günstiger und bezahlbarer Wohnraum notwendig ist, sollen
auf der „Höhe“ nur 20% sozialgebundener Wohnraum entstehen –
damit kann Freiburgs Wohnungsnot kaum gelindert werden. Im
Gegenteil wird die sehr hochpreisige Bebauung negative
Auswirkungen auf die Wohnungssituation in Freiburg zur Folge
haben.
Das Baugebiet steht im Gegensatz zu einer nachhaltigen Stadt- und
Mobilitätsentwicklung, da ein Anschluss an den ÖPNV nichts
möglich ist. Doch das grüne Freiburg hatte eigentlich beschlossen
keine neuen Baugebiete ohne die Möglichkeit des Anschlusses an
den ÖPNV mehr zu erlauben. Auch die sonstige Verkehrslage ist auf
der ‚Höhe‘ sehr problematisch und da die Bewohner auf eigene
PKWs angewiesen sein werden,, würde die Umgebung stark durch
weiteren Verkehr belastet, u.A. eine stark befahrene
Fahrradverbindung in den Norden, deren Ausbau als RS6 auch
geplant ist. Damit steht das Projekt nicht im Einklang mit einer
nachhaltigen Stadt- und Mobilitätsentwicklung, sondern zementiert
verkehrsintensive Strukturen. Auch die Zufahrtsmöglichkeiten in die
benachbarten Ortsteile Gundelfingen und Wildtal wären tangiert.
Und dies schon durch die geplante Bauzufahrt.
Der Freiraum zwischen Zähringen und dem Gundelfinger Ortsteil
Wildtal ist ein erstaunlich vielfältiger Landschaftsraum, der von der
Zähringer Bevölkerung als Naherholungsraum sehr geschätzt wird.
„Das Gelände auf der „Höhe“ würde sich hervorragend eignen,
Ausgleichsmaßnahmen von anderen, schon beschlossenen
Freiburger Baumaßnahmen hierher zu verlagern, um die
Biotopvielfalt zu steigern,“ . Schnelle Erfolge wären sicher, denn in
Gebieten mit einiger Vielfalt reagieren die vorhandenen Arten meist
gut auf die sie fördernde Maßnahmen. Die „Höhe“ ließe sich zu einer
stadtnahen Biotopentwicklungszone machen. Sie sollte dann auch in
das angrenzende Landschaftsschutzgebiet angegliedert werden.
Dadurch bekämen Natur und Bevölkerung etwas Wertvolles“,
Leider hält im Freiburger Gemeinderat vor allem auch die Grüne-
Fraktion an den rückwärtsgewandten Bauplänen fest – zum
Entsetzen der Naturschutzverbände, aber auch des Großteils der
Bevölkerung – falls diese den über diese skandalöse
Bebauungsplanung informiert ist und dies ist leider kaum der Fall. Es
hat fast den Anschein, dass diese Pläne lieber bedeckt gehalten
werden.
Eine Bebauungsplanung aus den 1970er Jahren, entstanden unter
völlig anderen Gegebenheiten, kann nicht die aktuellen
ökologischen Anforderungen erfüllen. Heute benötigen wir diese
Flächen als CO2-Speicher, zur Retention der Niederschläge, zur
Erhaltung der Artenvielfalt, zum Klimaausgleich und zur
Naherholung seiner BewohnerInnen. Die „Höhe“ muss als Freiraum
erhalten bleiben, das Projekt ist „Raubbau“ an der stadtnahen
Natur und das in der selbsternannten Green City.